Die arabische Filmkultur

Die aktuelle arabische Filmkultur ist zum einen sehr produktiv und zum anderen auch sehr innovativ. Das liegt unter anderem auch an den großen gesellschaftlichen und kulturellen Umwälzungen, die die arabische Welt zur Zeit erlebt. Filme können, genau wie das Internet und die Printmedien, eine offene und kritische Disskussion über die brennenden Fragen der Zeit in Gang setzen und dabei helfen, die anstehenden politischen, sozialen und kulturellen Konflikte zu lösen.

Der arabische Film in Vergangenheit und Gegenwart

Früher zeichneten nicht nur westliche Filme über die arabische Welt sondern auch arabische Filme oft ein Bild voller Klischees a la 1001 Nacht. So wollten westliche Menschen den Orient sehen. Heute stellen die arabischen Filmschaffenden diesen Stereotypen ganz eigene Bilder gegenüber. Sie versuchen, oft sehr erfolgreich, die tiefgreifenden Änderungen in ihren Ländern begreiflich zu machen und zeigen dabei eine sehr vielfältige und oft auch sehr viel modernere Welt, als wir uns bei arabischen Gesellschaften vorstellen können. Politik, Religion, Fundamentalismus aber auch die Stellung der Frau in der Gesellschaft spielen in diesen Filmen eine Rolle. Die intensive Suche nach der eigenen Idendität wird mit der Erforschung der gesellschaftlichen Ursachen verbunden und heraus kommen oft Filme mit außergewöhnlichen Themen und ebenso außergewöhnlicher Erzählstruktur. Sie bereichern die Filmwelt enorm und leisten einen Beitrag zum Dialog der Kulturen.

Auf den Filmfestivals der letzten Jahre wurden arabische Regisseurinnen und Regisseure mit sehr viel Lob bedacht. Nehmen wir als Beispiel den marokkanischen Regisseur Nabil Ayouch (der für den Oscar nominiert wurde), den Libanesen Ghasan Salahad, oder die ägyptischen Filmemacher Nadia el Fani und Amr Salama. Bei aller positiven Entwicklung gibt es aber auch Negativ-Beispiele. So wurde der Film des berühmten libanesischen Regiseurs Ziad Doueiris über den palästinensischen Widerstand von der Arabischen Liga in 22 Staaten verboten und durfte nicht bei den Oscars 2012 antreten, obwohl er vorher auf zahlreichen Festivals erfolgreich lief.